Sardinien: Orgosolo & Posada

Eigentlich war es eine ziemlich spontane Idee mal wieder wegzufahren. Es läuft nicht immer alles gut oder so wie wir uns das vorstellen, wir fühlen uns dann hier nicht mehr wohl und müssen einfach mal eine Zeit weg von hier, um etwas Abstand zu gewinnen und wieder neue positive Energie zu tanken. Vor wenigen Wochen ging es auch mir so und ich hatte das Gefühl, mal raus zu müssen und einfach das zu machen, worauf man Lust hat und was einem gut tut.

Ich hatte nicht lang überlegt und buchte Freitagabend für Montag einen Hin- und Rückflug, einen Parkplatz am Berliner Flughafen und ein Hotel für eine Woche. Viele Menschen halten es vielleicht für verrückt oder zu spontan oder sonst was. Ich wusste selbst nicht, ob es die richtige Entscheidung war, aber dennoch wusste ich, dass ich das unbedingt wollte und bin der Meinung, jeder sollte einfach das machen, worauf er Lust hat. Nachdem ich alles gebucht hatte, begann auch die Vorfreude auf Montag. Ich konnte es kaum abwarten, bereitete alles vor und packte meinen Koffer – was sich als ziemlich schwierig gestaltete, da ich das erste Mal nur mit Handgepäck geflogen war und man da natürlich nicht alles mitnehmen konnte, was man wollte, aber es war mir egal, da ich mich einfach freute endlich wieder wegzufliegen. Sonntag Abend hatte ich gemischte Gefühle – ich war gerade erst 19 geworden und würde den nächsten Tag das erste Mal alleine fliegen, aber ich wusste auch, dass ich das von ganzem Herzen möchte und es mir gut tun würde.

Am Montag um 5 Uhr morgens begann dann meine Reise: Ich fuhr früh bei Sonnenaufgang und perfektem Sommerwetter alleine mit meinem Auto nach Berlin. Dort stellte ich es auf dem gebuchten Parkplatz ab und unterhielt mich noch kurz mit den Leuten von dort – sie waren überrascht, dass ich alleine reiste und sagten, ich solle gut auf mich aufpassen und das gab mir ein gutes Gefühl. Später ging es mit dem Shuttle und noch ein paar Urlaubern zum Flughafen. Dort angekommen, wartete ich gefühlte Stunden auf meinen Flug, aber ich liebe es auf Flughäfen zu sein, also schlenderte ich durch die Duty Free Stores und vertat mich irgenwie. Mittags saß ich dann endlich im Flugzeug und es ging los in Richtung Süden. Ich hatte so ein unglaublich gutes Gefühl, dass alles allein gemacht zu haben und endlich wieder zu fliegen. Fliegen ist für mich eines der schönsten Gefühle überhaupt – mal ganz weit weg und über allem zu sein – ein Gefühl, bei dem man sich verlieren könnte.

Ich genoss jede einzelne Minute über den Wolken und nach der Landung wurde ich schon herzlichst und mit Freundentränen von meinen Eltern empfangen. Sie waren schon länger dort und ich hatte mir überlegt, sie zu besuchen. Als Nächstes machten wir uns erstmal auf den Weg in mein Hotel, danach zu dem Traumstrand La Cinta und Abends beim Essen in einem gemütlichen Restaurant strahlte noch ein Regenbogen bunt am Himmel. Als ich am Ende des Tages in meinem Zimmer im Bett lag, konnte ich es noch gar nicht fassen, dass ich das wirklich gemacht habe, dass ich endlich mal woanders war und dass ich alles allein gemacht habe – ich hatte lang nicht so ein gutes Gefühl und war unheimlich stolz auf mich.

Morgens lief ich immer durch unseren Ort zum Appartement meiner Eltern, um gemeinsam zu frühstücken und am nächsten Tag ging es mit dem Auto in die Mitte der Insel – in das alte Banditendorf Orgosolo. Es ist ein kleines sardinisches Bergdorf, welches früher im Widerstand gegen die Eroberer Sardiniens von Banditen bewohnt wurde. Ende der 60er Jahre wurden in Orgosolo die ersten Murales – Wandgemälde, welche das Dorf bekannt machten –  von der anarchistischen Mailänder Gruppe Dioniso gezeichnet. Auch in den 70ern wurden weiter solche Gemälde mit den Anwohnern an die Häuser gemalt, aus Anlass des 30. Jahrestag des Partisanenkampfes gegen Faschismus. Viele Bilder drücken Proteste gegen die damalige Politik und verschiedene Ereignisse aus und auch neuere Gemälde zeigen die Reaktionen auf die aktuelle Weltpolitik. Orgosolo war ein richtig schönes Bergdorf und es war sehr interessant durch die vielen kleinen Gassen zu schlendern und die Wandgemälde zu betrachten.

Auf der Heimfahrt haben wir uns dann noch Posada von unten angeschaut. Posada ist eine kleine Gemeinde, deren Altstadt auf einem Berg liegt und auf der Spitze dieses Berges befindet sich eine alte Burgruine, welche das Wahrzeichen der Gemeinde ist. Später machten wir noch an einem kleinen Pinienstrand in der Nähe halt, wo sich auch viele Camper niedergelassen hatten.

Spiaggia La Cinta

Orgosolo

Posada

Sardinien Video

 

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Orgosolo

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